Buchungsstapel
Schulungsvideo ansehenBuchungsstapel Schritt für Schritt erklärt · 5,6 Minuten · öffnet sich mit einem KlickZentrale Verwaltung des Hauptbuchs: Buchungen aus der Warenwirtschaft übernehmen, Lohn- und manuelle Buchungen, prüfen, festschreiben und an den Steuerberater exportieren.
1. Wozu dient das Formular?
Alle Auswertungen der Finanzbuchhaltung (Journal, Summen- und Saldenliste, UStVA, GuV, BWA) rechnen ausschließlich aus dem Hauptbuch. Das Hauptbuch besteht aus Buchungsstapeln - wie in DATEV. Jeder Stapel hat eine Quelle:
| Quelle | Bedeutung |
|---|---|
WAWI | Rechnungen, Gutschriften, Rechnungseingänge, Belastungsanzeigen, Zahlungen und Verrechnungen aus Hanware |
LOHN / IMPORT | eingelesene DATEV-Buchungsstapel (z. B. aus DATEV Lohn, Lexware Lohn, Agenda Lohn) |
MANUELL | selbst erfasste Buchungen (Umbuchungen, Abschreibungen, Abgrenzungen …) |
EB | Saldenvortrag (Eröffnungsbuchungen) des neuen Wirtschaftsjahres |

Typischer Monatsablauf
- Buchungsstapel (Menü Finanzbuchführung → Buchführung): Zeitraum wählen, Übernehmen - Belege und Zahlungen werden als Buchungsstapel ins Hauptbuch übernommen.
- Lohn- und manuelle Buchungen: Lohn / DATEV importieren (DATEV-Lohnstapel) bzw. Neuer Stapel und Buchungen erfassen.
- Prüfen und Festschreiben - danach sind die Buchungen unveränderbar (GoBD), die Belege des Zeitraums werden gesperrt.
- Auswertungen: Journal, Kontoblatt, Summen- und Saldenliste, Umsatzsteuer-Voranmeldung, GuV, BWA, vorläufige Bilanz.
- Abschluss: Prüfliste, Periode sperren, UStVA als gemeldet vermerken; zum Jahreswechsel Saldenvortrag.
- Exportieren an den Steuerberater: DATEV (EXTF-Buchungsstapel), Agenda oder Lexware buchhalter.
2. Warenwirtschaft übernehmen
Wirtschaftsjahr und Monat wählen (Standard: Vormonat) - Datum von/bis wird automatisch auf den ganzen Monat gesetzt, mit Monat „Alle (ganzes Jahr)“ auf das ganze Wirtschaftsjahr. Den Zeitraum können Sie auch frei eintragen (die Monatsauswahl bleibt dann leer). Danach Übernehmen klicken. Der hellblaue Infobereich daneben zeigt die Versteuerungsart (Ist: nur Zahlungen werden gebucht, Soll: Rechnungen und Zahlungen) und ob für den Zeitraum schon Buchungen übernommen wurden. Findet Prüfen fehlende Konten im Kontenplan, bietet Hanware an, sie anzulegen (Name aus Finanzkonto bzw. Buchungstext, Einstellungen vom Nachbarkonto). Hanware bildet die Buchungssätze mit derselben Kontenlogik wie der bisherige FiBu-Export (Personenkonto aus Adresse/Kundengruppe, Erlös-/Aufwandskonten aus dem Buchungsjournal der Belege, Finanzkonto der Zahlung).
Journal neu bilden: normalerweise nicht nötig. Hanware bildet das Buchungsjournal nur für Belege neu, deren Summe oder Datum nicht mehr zum Journal passt. Nach Änderungen an Artikel-Erlöskonten oder Steuersätzen kann das Häkchen gesetzt werden (dauert länger).
Hinweise der Belegprüfung (z. B. „Gesamtpreis und Buchungsjournal sind nicht identisch“) stehen im Infofeld unten.
3. Neue Rechnungen und Zahlungen: Wie kommen sie in die Auswertungen?
Die Auswertungen der Finanzbuchhaltung lesen nur das Hauptbuch. Eine neue Rechnung oder Zahlung in der Warenwirtschaft erscheint dort erst, wenn sie übernommen wurde - so wie früher beim FiBu-Export.
Ablauf
- Erfassen - Sie schreiben eine Rechnung, Gutschrift, einen Rechnungseingang, eine Belastungsanzeige oder buchen eine Zahlung. Das Hauptbuch ändert sich dabei noch nicht.
- Übernehmen - auf einem dieser Wege:
- Buchungsstapel: Zeitraum wählen und Übernehmen
- Auswertungen: Warenwirtschaft übernehmen für den gewählten Zeitraum
- Auswertungen: beim Start erscheint automatisch ein Hinweis, wenn noch etwas fehlt (siehe unten)
- Auswerten - Journal, Kontoblatt, Summen- und Saldenliste, UStVA, GuV und BWA enthalten die neuen Buchungen, sobald Sie Start klicken.
Was beim Übernehmen gebucht wird
Hanware vergleicht Belege und Zahlungen mit dem Hauptbuch und bucht nur die Unterschiede als neuen Buchungsstapel. Die Tabelle zeigt die Soll-Versteuerung; bei Ist-Versteuerung werden Rechnungen nicht gebucht, sondern erst die Zahlungen direkt auf die Erlös-/Aufwandskonten (siehe Abschnitt „Ist- und Soll-Versteuerung“).
| Situation | Buchung im Hauptbuch |
|---|---|
| Neue Rechnung | Personenkonto (Debitor) an Erlöskonten, Umsatzsteuer auf das Steuerkonto - aufgeteilt nach Gegenkonten (siehe nächster Abschnitt) |
| Neuer Rechnungseingang / Belastungsanzeige | Aufwands-/Wareneingangskonten an Kreditor, Vorsteuer auf das Steuerkonto |
| Neue Zahlung | Bank bzw. Kasse an Personenkonto; ist die Zahlung Belegen zugeordnet, je Beleg eine Buchung. Ein nicht zugeordneter Rest wird ebenfalls auf das Personenkonto gebucht. |
| Beleg oder Zahlung geändert | nur die Differenz (z. B. +10,00 € oder Umbuchung auf ein anderes Konto) |
| Beleg oder Zahlung gelöscht | Gegenbuchung (Storno) der bisherigen Buchung |
| nichts geändert | Meldung „Keine neuen Buchungen“ - mehrfaches Übernehmen ist daher unbedenklich |
Abgeschlossene Monate
- Gesperrte Periode: Ändert sich ein Beleg aus einem gesperrten Monat, wird die Korrektur am 1. Tag des nächsten offenen Monats gebucht. Der Buchungstext beginnt mit
Korr. TT.MM.JJ, der gesperrte Monat bleibt so, wie er gemeldet wurde. - Festgeschriebene Stapel werden nie verändert - Korrekturen kommen immer in einen neuen Stapel.
- Nach dem Festschreiben sind die Belege des Zeitraums in der Warenwirtschaft gesperrt (wie beim bisherigen FiBu-Export).
4. Ist- und Soll-Versteuerung
Wie Belege und Zahlungen ins Hauptbuch kommen, hängt von der Versteuerungsart ab. Sie steht in den Buchhaltungseinstellungen im Feld „Buchungsart“ und wird oben rechts in den FiBu-Formularen angezeigt (z. B. „SKR03 · Ist-Versteuerung“).
| Soll-Versteuerung (Buchungsart 2) | Ist-Versteuerung (Buchungsart 1) | |
|---|---|---|
| Rechnung / Rechnungseingang | wird mit dem Belegdatum gebucht: Debitor an Erlöse bzw. Aufwand an Kreditor, Umsatz-/Vorsteuer im Monat der Rechnung | wird nicht gebucht |
| Zahlung zu einer Rechnung | Bank/Kasse an Personenkonto (gleicht die offene Rechnung aus) | Bank/Kasse direkt an die Erlös- bzw. Aufwandskonten der bezahlten Rechnung, Umsatz-/Vorsteuer im Monat der Zahlung |
| Teilzahlung | Bank an Personenkonto über den gezahlten Betrag | anteilig auf die Konten der Rechnung (z. B. 50 % bezahlt → 50 % je Erlöskonto, Leergut und Steuersatz) |
| Verrechnung (ohne Geldfluss) | Verrechnungskonto an Personenkonto | Verrechnungskonto an die Konten der Rechnung, anteilig |
| Zahlung ohne Rechnung | in beiden Fällen: Bank/Kasse an das Gegenkonto der Zahlung (z. B. Anzahlung, Gebühren, Privatentnahme) | |
| Debitoren/Kreditoren in der Summen- und Saldenliste | zeigen die offenen Posten | bleiben in der Regel leer |
Beispiel Ist-Versteuerung
Rechnung vom 28.08.: Ware 7 % 1.000,00 € netto, Leergut 19 % 100,00 € netto = 1.189,00 € brutto. Der Kunde zahlt am 05.09. die Hälfte (594,50 €).
- August: keine Buchung (die Rechnung ist noch nicht bezahlt).
- September: Bank 535,00 € an Erlöse 7 % (500,00 € + 35,00 € USt) und Bank 59,50 € an Leergut 19 % (50,00 € + 9,50 € USt). Die Umsatzsteuer erscheint in der Umsatzsteuer-Voranmeldung September.
Gut zu wissen
- Die Aufteilung richtet sich nach dem Buchungsjournal der Rechnung - also nach denselben Artikel-Gegenkonten, Leergut- und Steuerschlüsseln wie bei der Soll-Versteuerung. Rundungscent kommen auf den größten Anteil, die Summe entspricht immer genau der Zahlung.
- Hat eine bezahlte Rechnung kein verwendbares Buchungsjournal, wird die Zahlung wie bei der Soll-Versteuerung auf das Personenkonto gebucht und in der Stapel-Info als Hinweis gemeldet.
- Keine gültige Buchungsart hinterlegt? Beim Öffnen der Finanzbuchhaltung wird automatisch „Soll-Versteuerung“ (2) eingetragen und eine Meldung angezeigt. Ändern Sie dies bei Bedarf in den Buchhaltungseinstellungen.
- Buchungsart gewechselt? Das Übernehmen bucht immer nur die Unterschiede. Nach einem Wechsel werden vorhandene Buchungen des Zeitraums daher automatisch umgebucht (z. B. Rechnungsbuchungen storniert). Wechseln Sie die Versteuerungsart nur zum Beginn eines Wirtschaftsjahres und nach Absprache mit Ihrem Steuerberater.
5. Aufteilung von Rechnungen auf Konten (Artikel-Gegenkonten, Leergut …)
Eine Rechnung wird nicht als ein Betrag gebucht, sondern je Gegenkonto und Steuersatz aufgeteilt - genau wie beim bisherigen FiBu-Export.
Woher die Konten kommen
Für jeden Beleg bildet Hanware ein Buchungsjournal. Dabei werden die Positionen nach folgenden Regeln Konten zugeordnet:
| Regel | Quelle |
|---|---|
| Spezielles Gegenkonto des Artikels | Artikel-Gegenkonten (für Verkauf und Einkauf getrennt, je Umsatzsteuerkategorie Inland / EU / Ausland) |
| Standard-Erlös-/Wareneingangskonto je Steuersatz | Tabelle Steuersätze (z. B. 7 % → Erlöse 7 %, 19 % → Erlöse 19 %) |
| Leergut | eigene Leergut-Gegenkonten und Leergut-Steuerschlüssel (Verkauf, Einkauf, Gutschrift, EU/Ausland) |
| EU-Lieferungen, igE, Ausland | Gegenkonten EU/Ausland (z. B. steuerfreie EG-Lieferung, EG-Erwerb mit Umsatz- und Vorsteuer) |
Beim Übernehmen berechnet Hanware zu jeder Zeile die Steuer und bucht sie auf das passende Steuerkonto (z. B. Umsatzsteuer 7 %, Vorsteuer 19 %, Umsatzsteuer/Vorsteuer aus EG-Erwerb).
Beispiel
Rechnung an einen Kunden mit Lebensmitteln (7 %), einem 19-%-Artikel, Transportkosten und zurückgenommenem Leergut:
| Gegenkonto (SKR04) | Betrag | Steuer |
|---|---|---|
| 4300 Erlöse 7 % USt | 6.947,78 Soll | USt 7 %: 454,53 |
| 4400 Erlöse 19 % USt | 314,39 Soll | USt 19 %: 50,20 |
| 4410 Erlöse 19 % Transport (Artikel-Gegenkonto) | 53,25 Soll | USt 19 %: 8,50 |
| 4520 Erlöse Leergut (Rücknahme) | 2.218,04 Haben | USt 19 %: 354,14 |
| Summe = Gesamtpreis der Rechnung (brutto, Debitor Soll) | 5.097,38 |
Weitere typische Konten: Wareneingang 7 %, EG-Erwerb 7 % (Umsatz- und Vorsteuer), Leergut EG (steuerfrei), Leergut mit 19 % Vorsteuer, Bezugsnebenkosten, Landwirtschaft 7,8 %, Kfz- und Reparaturkosten.
Wichtig bei geänderten Stammdaten
6. Lohn- und DATEV-Stapel importieren
Lohn / DATEV importieren liest eine Datei im DATEV-Format „Buchungsstapel“ (EXTF, wie sie DATEV Lohn, Lexware Lohn oder Agenda Lohn erzeugen) oder eine CSV mit denselben Spaltenüberschriften (Umsatz, Soll/Haben-Kennzeichen, Konto, Gegenkonto, BU-Schlüssel, Belegdatum, Belegfeld 1, Buchungstext, KOST1).
- Die Frage „Lohnbuchungen?“ legt die Quelle
LOHNoderIMPORTfest. - Belegdatum im DATEV-Format TTMM wird mit dem Jahr aus dem Dateikopf ergänzt.
- DATEV-BU-Schlüssel werden über die Zuordnung in den Steuerschlüsseln übernommen; BU 40 hebt die Steuerautomatik auf.
- Liegt ein Datum in einer gesperrten Periode, wird der Import abgebrochen.
7. Prüfen und Festschreiben
Prüfen
Prüft den markierten Stapel: Soll = Haben, Konten im Kontenplan, Steuerschlüssel angelegt, Steuerkonten vorhanden, Perioden offen. Fehler stehen im Infofeld. Ein fehlerfreier Stapel erhält den Status geprüft.
Festschreiben
Vergibt lückenlose Buchungsnummern je Wirtschaftsjahr und schreibt den Stapel fest. Festgeschriebene Buchungen können nicht mehr geändert oder gelöscht werden (GoBD). Bei Stapeln aus der Warenwirtschaft werden die Belege des Zeitraums gesperrt.
Steuer neu berechnen
Berechnet Steuer, Steuerkonten und Kontobewegungen eines offenen Stapels neu - z. B. nachdem Steuerschlüssel oder Steuerkonten korrigiert wurden.
Stapel löschen
Löscht einen nicht festgeschriebenen Stapel mit allen Buchungen (wird protokolliert).
8. Export an den Steuerberater
| Format | Datei / Verwendung |
|---|---|
| DATEV (EXTF Buchungsstapel) | DATEV-Format 700, Kategorie 21, Formatversion 13 (125 Felder). Import in DATEV Rechnungswesen und in allen Programmen mit DATEV-Schnittstelle (auch Agenda, Addison, Lexware). Voraussetzung: DATEV-Berater- und Mandantennummer im Mandantenstamm. |
| Agenda (ASCII) | Buchungsdaten mit Steuerschlüssel, Konto, Belegfeldern, Datum, Gegenkonto, KOST, Text, Steuersatz, Umsatz und Soll/Haben. |
| Lexware buchhalter | ASCII-Import „Buchungen“: Belegdatum, Belegnummernkreis, Belegnummer, Buchungstext, Betrag, Soll- und Habenkonto, Steuerschlüssel (DATEV-kompatibel), Kostenstellen, Währung. |
Die Datei wird im Exportverzeichnis (Buchhaltungseinstellungen, sonst Export\Fibu im Programmordner) abgelegt und im Explorer markiert.
9. Häufige Fragen
| Frage | Antwort |
|---|---|
| Ich habe eine neue Rechnung geschrieben - warum sehe ich sie nicht in der Summen- und Saldenliste? | Die Auswertungen lesen nur das Hauptbuch. Übernehmen Sie die Belege (Button Warenwirtschaft übernehmen oder „Ja“ beim Hinweis) und klicken Sie erneut Start. |
| Wird etwas doppelt gebucht, wenn ich mehrmals übernehme? | Nein. Es werden nur Unterschiede gebucht; ohne Änderungen erscheint „Keine neuen Buchungen“. |
| Ich habe den Betrag einer Zahlung korrigiert. | Beim nächsten Übernehmen wird nur die Differenz gebucht. Liegt die Zahlung in einem gesperrten Monat, erfolgt die Korrektur im nächsten offenen Monat („Korr. …“). |
| Ich habe einen Beleg gelöscht. | Beim Übernehmen wird die bisherige Buchung storniert (Gegenbuchung). |
| Werden Artikel mit eigenen Gegenkonten, Leergut und Transportkosten richtig aufgeteilt? | Ja - je Gegenkonto und Steuersatz, mit eigener Steuer je Zeile. Siehe Aufteilung von Rechnungen auf Konten. |
| Ich habe das Gegenkonto eines Artikels geändert - alte Rechnungen stehen noch auf dem alten Konto. | Beim Übernehmen im Buchungsstapel das Häkchen Journal neu bilden setzen. Festgeschriebene oder gesperrte Monate werden dabei nicht verändert, sondern im nächsten offenen Monat korrigiert. |
| Kann ich einen festgeschriebenen Monat nachträglich ändern? | Nein (GoBD). Korrekturen erfolgen automatisch in der nächsten offenen Periode oder manuell per Generalumkehr in der Buchungserfassung. |
| Woher weiß ich, ob ein Monat vollständig übernommen ist? | Abschluss → Prüfliste: „OK: Belege und Zahlungen sind vollständig im Hauptbuch“ bzw. eine Warnung mit Anzahl und Betrag. |